FAQ & ADHS-ABC


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Häufige Fragen
Was ist eine Selbsthilfegruppe?
Eine Selbsthilfegruppe ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich regelmäßig trifft, um sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.
Wir hören einander zu, teilen Erfahrungen, zeigen Verständnis und geben – wenn gewünscht – Impulse oder hilfreiche Hinweise aus dem eigenen Alltag.
Es geht nicht um Therapie, sondern um Begegnung auf Augenhöhe.
Muss ich eine Diagnose haben?
Nein. Eine offizielle Diagnose ist keine Voraussetzung für die Teilnahme.
Viele kommen mit Fragen, Vermutungen oder einfach dem Wunsch nach Austausch. Du darfst genauso kommen, wie du gerade bist.
Kostet die Teilnahme etwas?
Nein. Die Teilnahme an der Gruppe ist kostenlos.
Kann ich erstmal reinschnuppern?
Ja, selbstverständlich. Du darfst unverbindlich teilnehmen und dir in Ruhe anschauen, ob die Gruppe für dich passt.
Es gibt keine Verpflichtung, regelmäßig zu kommen. Du entscheidest selbst, was sich für dich gut und stimmig anfühlt.
Ist die Gruppe vertraulich?
Ja. Alles, was in der Gruppe besprochen wird, bleibt in der Gruppe.
Ein vertrauensvoller und respektvoller Umgang miteinander ist uns sehr wichtig.
Darf ich auch einfach nur zuhören?
Ja, selbstverständlich. Es besteht keinerlei Verpflichtung, etwas zu erzählen oder sich aktiv zu beteiligen.
Wer möchte, bringt sich ein – und wer möchte, darf einfach zuhören.
Wie läuft ein Treffen ab?
Wir beginnen meist mit einer kurzen Vorstellungsrunde (freiwillig) und tauschen uns anschließend zu aktuellen Themen aus.
Es gibt keine festen Vorgaben – der Austausch entsteht aus dem, was gerade bewegt.
Ist das eine Therapiegruppe?
Nein. Wir sind eine Selbsthilfegruppe und kein therapeutisches Angebot. Der Austausch erfolgt auf Augenhöhe.
Was passiert, wenn ich mich unwohl fühle?
Du darfst jederzeit eine Pause machen oder früher gehen. Dein Wohlbefinden geht vor.
Begriffe & Erklärungen
Masking
Masking bedeutet, eigene Schwierigkeiten zu verstecken oder zu überspielen, um nach außen „unauffällig“ zu wirken.
Viele Menschen mit ADHS passen sich stark an und wirken nach außen organisiert oder ruhig – innerlich kann es jedoch sehr anstrengend sein.
Komorbiditäten
Komorbiditäten sind Begleiterkrankungen, die zusätzlich zu ADHS auftreten können.
Zum Beispiel Angststörungen, Depressionen, Schlafstörungen oder Autismus. ADHS tritt häufig nicht allein auf.
Generika
Generika enthalten denselben Wirkstoff wie das Originalmedikament und müssen nachweisen, dass sie eine ähnliche Menge des Wirkstoffs ins Blut abgeben.
Dabei ist ein Bereich von 80–125 % der Bioverfügbarkeit (Wirkstoffmenge im Blut) erlaubt, sie sind also nicht zu 100 % identisch.
Manche Menschen vertragen bestimmte Generika besser oder schlechter als andere, obwohl der Wirkstoff derselbe ist.
Bei ADHS-Medikamenten spielt die Art der Wirkstofffreisetzung eine große Rolle.
Unterschiedliche Träger-/Hilfsstoffe können dazu führen, dass ein Generikum bei einzelnen Personen spürbar anders wirkt, entweder schwächer, stärker oder mit anderen Nebenwirkungen.
Methylphenidat
Ein Wirkstoff, der häufig zur Behandlung von ADHS eingesetzt wird.
Er gehört zu den Stimulanzien und kann helfen, Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Reizfilterung zu verbessern.
Lisdexamfetamin / Dexamfetamin
Ebenfalls Wirkstoffe aus der Gruppe der Stimulanzien.
Sie werden bei ADHS eingesetzt und können Konzentration, Aktivität und innere Regulation unterstützen.
Neurodivergenz
Beschreibt, dass Gehirne unterschiedlich funktionieren.
ADHS, Autismus oder Dyslexie gehören zu dieser neurologischen Vielfalt.
Reizüberflutung
Zustand, in dem zu viele Eindrücke gleichzeitig auf das Nervensystem einwirken.
Kann sich zeigen durch Erschöpfung, Gereiztheit, Rückzug oder starke innere Unruhe.
Exekutive Funktionen
Fähigkeiten des Gehirns, die beim Planen, Organisieren, Beginnen und Durchhalten von Aufgaben helfen.
Bei ADHS sind diese häufig beeinträchtigt.
Hyperfokus
Sehr intensiver Fokus auf ein Thema oder eine Tätigkeit.
Kann produktiv sein, führt aber manchmal dazu, dass Zeit und Bedürfnisse vergessen werden.
Dopamin
Botenstoff im Gehirn, der Motivation, Antrieb und Belohnung steuert.
Bei ADHS ist die Regulation von Dopamin anders organisiert.
Stimming
Stimming beschreibt sich wiederholende Bewegungen oder Handlungen (z. B. Wippen, Fingertippen, Summen), die helfen können, das Nervensystem zu regulieren.
Viele Menschen nutzen Stimming unbewusst zur Selbstberuhigung.
Rejection Sensitivity (RSD – Rejection Sensitivity Dysphoria)
Bezeichnet eine starke emotionale Reaktion auf gefühlte Kritik oder Zurückweisung.
Betroffene erleben Ablehnung oft intensiver, selbst wenn sie objektiv gering erscheint.
Rebound
Als Rebound bezeichnet man das zeitweise stärkere Wiederauftreten von ADHS-Symptomen, wenn ein Medikament nachlässt.
Zum Beispiel kann es zu erhöhter Unruhe oder Reizbarkeit kommen.
Shutdown
Ein Zustand inneren Rückzugs, bei dem das Nervensystem „herunterfährt“.
Betroffene fühlen sich blockiert, sprachlos oder handlungsunfähig.
Meltdown
Ein Zustand starker emotionaler Überforderung.
Kann sich durch Weinen, Wutausbruch oder intensive Reaktion äußern – meist ausgelöst durch Überlastung oder Reizüberflutung.
Multimodale Therapie
Multimodale Therapie bedeutet, dass ADHS auf mehreren Ebenen gleichzeitig betrachtet und unterstützt wird.
Mögliche Bausteine sind zum Beispiel:
- Psychoedukation: ADHS verstehen, eigene Muster erkennen
- Verhaltenstherapie: Strategien für Alltag, Organisation, Impulsivität und Stress
- Medikamente: können Aufmerksamkeit und Impulskontrolle verbessern
- Umfeld: Unterstützung durch Familie, Schule und Arbeit
- Coaching: z. B. Zeitmanagement, Struktur und Priorisieren
- Ergänzungen: Bewegung, Schlaf, Entspannung, gegebenenfalls weitere unterstützende Maßnahmen
Warum multimodal?
Weil ADHS sehr unterschiedlich ausgeprägt ist und oft erst die Kombination verschiedener Maßnahmen nachhaltig hilft.
Hinweis!!!
Diese Erklärungen ersetzen keine medizinische Beratung.
Sie dienen der Orientierung und dem besseren Verständnis.
Wir übernehmen daher keinerlei Haftung.
